Geschichte der Fechtabteilung im Frankfurter Turnverein von 1860

 

Der Frankfurter Turnverein, einer der ältesten deutschen Sportvereine, entschloß sich 1860 das Fechten in sein Programm mit aufzunehmen. Doch erst nachdem die neue Halle 1878 eingeweiht wurde, kam es mit Fechtmeister Karl Adam Trub, der auch in Offenbach und in der Hermannia tätig war zur Gründung einer Fechtabteilung.

 

Um die Jahrhundertwende entschloß man sich „die neue italienische Schule“ einzuführen. Fechtmeister Francesco Tagliabo aus Turin unternahm diese schwere Aufgabe für die Hermannia und den FTV zusammen.

 

In den zwanziger Jahren hatte der FTV mit Willi Löffler einen Ausnahmefechter, der mit Erwin Casimir von der Hermannia zu den besten deutschen Fechtern seiner Zeit zählte. Die Deutsche Meisterschaft im Florett und Säbel im Jahr 1925 war der Beweis dafür. Auch die Bronze- Medaille im Säbel für die Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936 untermauerte die Stärke der Frankfurter Fechter.

 

Nach der Zerstörung der Halle im Jahr 1944 erlosch der Fechtbetrieb völlig. Karl Frisch organisierte den Fechtbetrieb ab 1947, und als 1954 die wiederaufgebaute Halle eingeweiht wurde, zählte die Fechtabteilung wieder 50 Mitglieder. 1948 übernahm Richard Wahl für 1 Jahr den Vorsitz der Abteilung, von 1950- 1961 leitete Paul Mahr die Geschicke, danach Fritz Lothar Jacob bis 1967. In dieser Zeit begann ein unaufhaltsamer Aufstieg des FTV 1860. Namen wie Wahl und Frisch sind heute noch jedem Mitglied der Fechtabteilung geläufig (Karl- Frisch- Gedächtnisturnier)

 

Von 1954 bis 1960 wurden fast alle Landesmeisterschaften in der Turnhalle am Sandweg ausgetragen und viele Titel durch TV- Fechter gewonnen. Dies war auch ein Verdienst von Istvan Szondy, der Mitte der fünfziger Jahre zu uns kam. 1963 holte unser Ausnahmetalent Max Geuter die deutsche Meisterschaft im Degen nach Frankfurt und 1969 errangen unsere Damen im Florett die deutsche Vizemeisterschaft. Max Geuter kämpfte sich bis zur nationalen Spitze durch und nahm an 3 Olympischen Spielen, 5 Weltmeisterschaften und insgesamt 108 Länderkämpfen mit großem Erfolg teil. Er übernahm 1968 auch die Abteilungsführung.

 

1971 war ein schwarzes Jahr für den FTV. Durch die Gründung des UFC wanderte ein großer Teil der Spitzenfechter ab. Max Geuter und Werner Scholz blieben der Abteilung erhalten. Leider musste Max aus beruflichen Gründen nach Gröbenzell ziehen und so hielten u.a. nur Werner Scholz und Felix Pieper den Fechtbetrieb aufrecht. Dennoch war der Mitgliederbestand stark abgesunken.

 

Zum Jahreswechsel 1986/87 wechselten ca.20 Fechterinnen und Fechter des Bornheimer Fechtclubs unter der Leitung von Geza Hideghty und Günther Märtens zum FTV 1860. Auch vom OFC trennten sich einige Säbelfechter und kamen mit Karl- Heinz Knauff in den FTV. Mit der Wahl des neuen Vorstandes unter Götz Remus und Karolyn Bermbach begann nun sehr schnell eine Wiedererstärkung der Abteilung. Durch das Einstellen neuer Trainer wie Georg Bartetzky und Odo Gabriel war das technische Know- how vorhanden. Die fechterischen Erfolge blieben nicht aus. Im Damendegen der Junioren dominierten wir viele Jahre lang Hessen. Im Schülerbereich und auch bei den Junioren konnten wir im Florett nach langer Zeit wieder Landesmeisterschaften an den Sandweg holen. Durch die Einführung des Elektro- Ebert- Pokals 1990 wurde auch Deutschland wieder auf den FTV 1860 aufmerksam und diese Veranstaltung wurde zu einem enormen Erfolg mit teilweise 350 Starterinnen und Starter aus 8 Nationen. Der Mitgliederbestand kletterte in den neunziger Jahren auf über 120 und der FTV gehörte bald wieder zu den größten hessischen Fechtvereinen.

 

1997 gab es einen Führungswechsel; neuer Abteilungsleiter wurde Jan- Henrik Muche. Der Elektro- Ebert- Pokal wurde auch unter der neuen Leitung 1997 ein voller Erfolg. Im Januar 1999 wurde ein neuer Vorstand unter der Leitung von Kristian Kramer und Odo Gabriel gewählt. Durch den Rückzug des Sponsors wird nun das internationale Turnier als „FTV- Jugendpokal“ mit weiterhin großem Erfolg fortgeführt.

 

 

Fechtmeister nach 1945:

 

1947 - 1964 Ferenc Csomor
1949 - 1953 Eduard Adamoscheck
1954 - 1957 Ilse Handler
1957 - 1960 Amilcare Angelini
1962 - 1971 Istvan Szondy
1971 - 1988 Werner Scholz
1985 - 1987 Christian Kormann
1986 - 1990 Georg Bartetzky
1989 - 1999 Odo Gabriel
1990 - 1997 Janos Gasztony
1997 - 2007 Johannes Zwack
1999 - heute Arkadi Miretzkij

Abteilungsleiter nach 1945:

 

1948 - 1949 Richard Wahl
1950 - 1961 Paul Mahr
1962 - 1967 Fritz Lothar Jacob
1968 - 1986 Max Geuter
1987 - 1997 Götz Remus
1997 - 1998 Jan- Henrik Muche
1999 - 2000 Kristian Kramer
2000 - 2001 Bärbel Schulze
2002 - 2004 Elke Vogt
2004 - 2007 Wolfgang Moll
2007 – heute Erika Fenner

 

Siegerlisten der FTV-Mannschaftswettbewerbe


Elektro-Ebert-Pokal:


1991 – FTV 1860
1992 – FC Halle
1993 – FC Offenbach
1994 – FC Offenbach
1995 – FC Offenbach
1996 – FC Offenbach

FTV-Jugendpokal:


1997 – FC Offenbach
1999 – FC Offenbach
2000 – DSE Budapest
2001 - FC Offenbach
2002 – FC Satumare
2003 – FC Satumare
2004 - FC Offenbach
2005 – FC Offenbach
2006 – FC Terk Kopenhagen
2007 – FC Bonn
2008 – FC Offenbach
2009 – FC Offenbach
2010 – FC Offenbach
2011 – UFC Frankfurt

Sieger der Schulwertung
der Frankfurter Stadtschulmeisterschaft:


1985 - 1991 - Herderschule
          1992 - Musterschule
1993 - 1998 - Herderschule
          1999 - Liebigschule
          2000 - ?
          2001 - ?
          2002 - ?
2003 - 2004 - Lessing-Gymnasium
          2005 - Lichtigfeld-Schule
          2006 - 2007 - Lessing-Gymnasium
          2008 - Lichtigfeld-Schule
          2009 - Elisabethen-Schule
          2010 - Elisabethen-Schule
          2011 - Liebigschule
          2012 - Lessing-Gymnasium